>> 4.010 Reklameschilder<<
14.06.2026: Ein prächtiges Blechschild einer niederösterreichischen Kaffeefabrik aus dem frühen 20. Jahrhundert, ein bis heute nicht bekanntes Exemplar, hat es auf die frontpage unserer Webseite geschafft.
Ein reliefartiger Jugendstil-Rahmen umfasst eine aufwändige, detaillierte Darstellung einer Kaffeepackung, die „den besten und billigsten Qualitäts-Kaffee“ anpreist.
Der Neunkirchner Kaufmann Alois Gruberbauer gründete 1902 gemeinsam mit Josef Winzl eine Kaffee-Rösterei wobei Josef Winzl bereits 1905 seine Tätigkeit als Gesellschafter beendete.
Mit Gesellschaftsvertrag vom 21.08.1909 wandelte er sein Unternehmen in die „Erste Kaffee-Großrösterei Neunkirchen GmbH“ um wobei ihm der Neunkirchner Kaufmann Johann Paur gemeinsam mit dem Wiener Kaufmann Isidor Kurzmann als Gesellschafter zur Seite standen.
Doch bereits mit 20.03.1911 wurde der geschäftsführende Gesellschafter Alois Gruberbauer aus dem Handelsregister gelöscht und nur kurze Zeit später begann das Konkursverfahren über die Großrösterei.
Am 18.11.1913 wurde die Gesellschaft wegen Geschäftsauflösung aus dem Handelsregister gelöscht. In einem späteren Gerichtsverfahren wurde Alois Gruberbauer vom Verdacht der fahrlässigen Krida freigesprochen.
Artikel: 94

>> 4.000 Reklameschilder<<
10.06.2026: Nach 9 Jahren haben wir in unserer Dokumentation von alten österreichischen Blech- und Emailschildern einen neuen Meilenstein erreicht – viertausend verschiedene Schilder! Diesmal einen beidseitig von Hand bemalten Ausleger im Eisenrahmen aus der Zeit um 1900, als das Wort „Mobilität“ noch nicht existierte. Es gab in ganz Österreich viele hunderte „Bierversilberer“, die das Bier vor Ort bei der Brauerei in Fässern erwarben um es dann flaschenweise an die Endverbrauchern zu liefern – oft abgefüllt in eigenen Bierflaschen mit im Glas eingeprägten Firmenschriftzug.
Dieses auf Grund seiner Größe von Weitem sichtbare Schild hing wohl über der Eingangstür eines Hotels bzw. Brauhauses und das Bier wurde von der Brauerei bereits in Flaschen abgefüllt, sodass der Flaschenbierhändler den Gerstensaft nur mehr ausliefern musste. Der Name der Brauerei lässt sich leider nicht mehr eruieren, oder erkennt jemand dieses Schild auf einem alten Foto wieder?
Wir freuen uns auch weiterhin über möglichst zahlreiche Zuschriften – insbesondere zur Dokumentation von weiteren alten österreichischen Schildern. Vielen Dank!
Artikel: 93

>> 3.900 Reklameschilder<<
09.03.2026: Und schon wieder ein Wiener Bierschild als Jubiläumsschild, und zwar ein prunkvolles mit Goldmedaillen regelrecht übersätes Blechschild das das Pilsner-Bier der Brauerei Simmering bewirbt. Diese 1777 gegründete Brauerei war ab 1822 im Besitz der Familie Meichl, wobei die Brüder Theodor II (1847 - 1901) & Georg II (1849 – 1919) ab 1869 das Brauhaus so richtig in Schwung brachten und 1880 bereits 130 Mitarbeiter beschäftigten.
1898 betrug die Jahresproduktion dieser Brauerei den höchsten jemals erreichten Wert von 180.155 Hektoliter, sodass dieses Schild wohl um die Jahrhundertwende entstanden sein dürfte. Für die Auslieferung dieses Ausstoßes waren 90 Pferde und 16 Ochsen notwendig!
1913 fusionierte die Brauerei infolge starkem Konkurrenzdruck mit den Brauereien Schwechat und St. Marx zu den „Vereinigten Brauereien Schwechat, St.Marx, Simmering – Dreher, Mautner, Meichl A.G.“ Von 1927 bis 1930 wurde die Brauerei jedoch wieder aktiviert, weil in dieser Zeit die Brauerei Schwechat renoviert wurde. Nachkommen der Familie Meichl waren noch bis 1978 in der Chefetage der Schwechater Brauerei tätig.
Artikel: 92

